
D u r c h a t m e n !
Die Häufigkeit von chronisch entzündlichen Reizungen der Atemwege und allergischen Erkrankungen mit asthmatischen Anfällen nimmt weltweit zu.
Risikofaktoren sind unter anderem die Luftverschmutzung und der Schwebestaub. Auch Nikotin setzt Feinststäube frei, welche sich nachweislich auf die Bronchien von Passiv-Rauchern niederschlagen. Anfällig sind hier in erster Linie Kleinkinder und ältere Menschen. Beunruhigend ist, dass trotz der ansteigenden Verordnungszahl von Asthmamitteln und modernen Entzündungshemmern, wie Cortison-Sprays, Asthma-Erkrankungen unverändert zunehmen.
Viele Betroffene suchen außer der medikamentösen Therapie zusätzlich nach anderen, natürlich wirksamen Behandlungsmöglichkeiten. Heilende Wirkung haben insbesondere das Seeklima, das Hochgebirgsklima und eben das Höhlenklima. Die Höhlen- bzw. Speläotherapie macht sich die besonders reine Luft in ihrer ursprünglichen Form zunutze. So bieten Höhlen, wie die Teufelshöhle, hervorragende Bedingungen zur Linderung von Atemwegserkrankungen.
Die Atemwegstherapie (Speläotherapie) ist eine einfache und wirkungsvolle Behandlungsform. Die therapeutische Nutzung in Naturhöhlen ist in Europa seit dem 19. Jahrhundert üblich. In der Höhle herrscht eine stabile Luftreinheit mit fast völliger Schwebstaub- und Allergenfreiheit (Pollen und Pilzsporen). Die gleichbleibend kühle Temperatur und die hohe Luftfeuchtigkeit bewirken eine Besserung der statischen und dynamischen pulmonalen Funktionsgrößen das heißt, die Atemfunktion verbessert sich.
Atemnot, Husten und Auswurf nehmen ab und die Medikation lässt sich häufig reduzieren.
Expertenurteile: Michael Leichsenring von der Universitäts- und Poliklinik Ulm untersuchte die Wirkung der Höhlentherapie auf vier- bis zehnjährige Kinder mit Asthma. Er wies nach, dass sich nach dem Aufenthalt im Heilstollen die Lungenfunktionswerte der Kinder deutlich verbesserten.
„Eine kontinuierliche Belastung mit Allergenen führt zu einer bronchialen Überempfindlichkeit. Wenn Betroffene einige Zeit nicht von Allergenen umgeben sind, kann sich der Organismus regenerieren“, erläutert Walter Dorsch, Kinderarzt und Allergologe in München. Auch Allergie-Experte Rainer Brenke hält die Höhlentherapie ähnlich wie die Klimatherapie für eine sinnvolle Ergänzung zu anderen Heilverfahren.